Ischia allgemein Ursprung
Historischer Ursprung
Ischia, die größte Insel im Golf von Neapel kann als Verlängerung der Phlegräischen Felder angesehen werden die sich als vulkanisches Hügelland westlich von Neapel, erstrecken. Eine Region, die sich durch relativen Vulkanismus auszeichnet. Heiße Gase, die sogenannten Solfataren (ital. Solfa = Schwefel) und Fumarolen (ital. Fumo = Rauch) sind eindeutige Zeichen für vorhandene, vulkanische Aktivität. Ein weiteres Zeichen sind heiße Quellen, die in großer Zahl (über 100) auf Ischia vorkommen und durchweg zur Balneologie (Heilquellenkunde), eingesetzt werden.
Die ersten Anzeichen menschlicher Besiedelung der heutigen Insel Ischia lassen sich auf einen Zeitraum um 3500 v.Chr. zu Zeiten der mittleren Jungsteinzeit und Eisenzeit, zurückführen. Die Bronzezeit, etwa um 1800 v.Chr. verweist auf Siedlungen im Gebiet von Lacco Ameno und Castiglione. Mykenische Kulturreste aus einem Zeitraum um 1330 v.Chr. deuten auf einen Handeln zwischen den frühen "Ischitanern" und Mykenern hin wobei die Griechen einen entscheidenden Einfluß nahmen die etwa ab 775 v.Chr. mit der Kolonialisierung der Insel, begannen. Es wurde die Siedlung Pithecusa nordwestlich von Lacco Ameno gegründet und nebst der Kolonie wurde in diesem frühen Zeitraum das heutige Ischia als Pithecusa bezeichnet. Dank reicher Tonvorkommen entwickelte Pithecusa umfangreiche Handelsbeziehungen zu den Volksstämmen des Festlandes. Zusätzlich entwickelte sich eine namhafte Metallverarbeitung, die vermutlich durch Euböer eingeführt die zur damaligen Zeit Rang und Namen, hatte. Nebst Waffen und Gegenstände des täglichen Bedarfs wurde Schmuck aus Edelmetallen, hergestellt. Pithecusa entwickelt sich zu einem Warenumschlagplatz der Antike. Nebst eigenen Produkten wurden Waren aus verschiedenen Bereichen des Mittelmeers wie z.B. aus Korinth, Athen, Rhodos u.a., gehandelt. Ein besonder Fund ist der berühmte Nestorbecher der auf das Jahr 730 v.Chr. datiert ist und die älteste bekannte Niederschrift homerischer Dichtung, graviert hat.
Jahre nach der Gründung von Pithecusa dehnten sich die Griechen in Richtung Festland aus und gründeten die Siedlung Cumae, die lange als frühste grieschiche Kolonie in Italien, galt. Durch die Bedeutung von Cumae und die Erschließung des Hinterland verliert im Lauf der Zeit Pithecusa an Bedeutung und die Position von Cumae wird gestärkt. Im 5.Jh.v.Chr. wurde die Kolonie Neapolis (grie. = Neue Stadt) gegründet, die jedoch zunächst keinen sonderlichen Einfluß auf die Entwicklung Cumaes, hatte. Dank seiner Stärke war Cumae plötzlich im Interesse von beutegreifenden Etruskern, die jedoch unter Mithilfe der Syrakusern zurückgeschlagen wurde. Als Dank der Cumaer wurde Pithecusa an Hiereon von Syrakus, übereignet. Allerdings ist der Aufenthalt der Syrakuser auf der Insel nur von kurzer Dauer wobei Ihnen die erste Befestigungsanlage auf dem heutigen Castello Aragonese, zugesprochen wird.
In der Zeit um 420v.Chr. eroberte der italienische Volksstamm der Samniten die Stadt Cumae,was zu einer Flucht zahlreicher Einwohner nach Pithecusa, führte. Zu diesem Zeitpunkt geht das heutige Ischia in den Besitz von Neapel über. Gegen Ende des 2.Jh.v.Chr. ist der Name Pithecusa verschwunden was möglicherweise mit römischen Truppen oder massiven Erdbeben, einhergeht. Eine plausible Erklärung ist bisher nicht bekannt. Phitecusa erhält den Namen Aenaria und ist unter diesem für eine vergleichsweise kurze Zeit, bekannt. Möglicherweise sind es Erdbeben, daß auch Aenaria aus den Geschichtsbüchern verschwindet. Mit der Eroberung Neapels (82v.Chr.) geht Aenaria in den Besitz des römischen Reiches über was jedoch um 6 n.Chr. durch den Inseltausch (Capri gegen Ischia) von Kaiser Augustus, rückgängig gemacht wurde.
Die nächsten Jahrhunderte verliefen für Ischia, obwohl es im Besitz von Neapel war, durchaus wechselhaft und es ergaben sich zahlreiche Angriffe und Übergriffe von Sarazenen. Um 1137 werden Neapel und Ischia dem Normannenreich in Unteritalien zugeschlagen und Ischia erhält den Namen Isula Major der sich später nach Iscla wandelte und abschließend Ischia, wurde. Einen großer Nachteil von Ischia war seine strategische Bedeutung was ursächlich mit dem Kampf um Unteritalien einherging der von Staufer, Anjou und Aragoner, geführt wurde. Alfonso von Aragon bringt 1438 das vorgelagerte Castello in seine Hand und Dank umfangreicher Aus- Um- und Erweiterungsbauten erhält das Castello sein heutiges Aussehen. Zusätzlich wird ein Damm errichtet der nunmehr Ischia mit dem Castello verbindet. Im 16.Jhr. sind Ischia und die Nachbarinsel Procida erneuten Angriffen, diesmal von arabischen Seeräubern, ausgesetzt. Im Zuge dessen werden verschiedene Wehrtürme errichtet. Trotz dieser Wehrhaftigkeit ist es nicht zu verhindern, daß Char Ad Din (Barbarossa) im Jahr 1534 und Dragut 1544 sich auf der Insel niederlassen. Ein weiteres Übel für unsere Ischitaner sind die Winterlager der Türken, die sich regelmäßig auf der Insel niederlassen. Dieser Umstand führt zu einem Sprichwort der Ischitaner welches die Hl.Restituta anbetet und davon erzählt, dass die Bohnen gewachsen, die Wachteln gegessen und die Türken gegangen sind. Dank dem Ausbau des Castello bietet die Burg den Insulanern eine regelmäßige Schutzbehausung vor einfallenden Horden.
Bis 1729 verwaltet das aragonische Geschlecht der d'Avalos Ischia und es wird im Lauf der Zeit den Einwohnern ermöglicht gegen entsprechende Geldbeträge, Eigentum an der Insel und ihren Stränden, zu erwerben. Der Status der Insel als freie Komune ist unabhängig von allen Baronien und untersteht der direkten, königlichen Gewalt. Eine Besonderheit ergab sich im Jahr 1509 als der Feldherr Ferrante d'Avalos die Dichterin Vittoria Colonna ehelichte. Eine weitere Besonderheit ist sicherlich das Datum 1588 in welchem der kalabrische Arzt Giulio Jasolino, die erste wissenschaftliche Abhandlung über die Heilquellen der Insel schrieb. Die Ischitanern können keinen Gefallen an der Ausbeutung durch die Aragoner finden und es kommt 1729 zu einem Aufstand, der jedoch niedergeschlagen wurd., Als Folge ging Ischia zurück an die Königsfamilie von Neapel und war bis 1861 mit deren Schicksal, verbunden.
1860 schließt sich Neapel dem vereinigten Königreich Italien an und Ischia wurde in die Zukunft dieses neuen Königreichs, entlassen. Im Jahr 1883 wurde Ischia von einem besonderem Erdbeben erschüttert und es gab rund 2500 Tote sowie annähernd 1000 Verletzte. Den schwersten Schlag erlitt die Ortschaft Casamicciola, die alleine fast 1800 Menschen zu beklagen hatte.
Seit dieser Zeit hat Ischia eine besondere Wandlung vollzogen denn auf Basis der wissenschaftlichen Abhandlung von Giulio Jasolino entwickelte sich ein umfangreicher Bäder- und Kulturtourismus der bis in die heutige Zeit das Bild der Insel, bestimmt.
