Ischia Blog
Ischiablog
Montag, 26. Dezember 2011 - 16:19 Uhr
Casamicciola Teil 2
Ein berühmter Besucher Casamicciolas war der norwegische Dichter Ibsen, der auf Ischia sein Theaterstück "Peer Gynt" bearbeitete. Vielleicht hat Ibsen bereits damals die lange Mole des Hafens genossen der zum damaligen Zeitpunkt eine völlig andere Konstruktion, aufwies. Wenn Sie heute der Mole in nördlicher Richtung folgen kommen Sie unweigerlich zur Töpferei der Gebrüder Menella, die traditionsreiche Töpferwaren herstellen. Nehmen Sie sich die Zeit und schauen Sie bei den Fratelli Menella vorbei und mit etwas Glück erleben Sie die junge und kleine Generation der Menellas, wie sie in die Fußstapfen ihrer Väter und Großväter treten.
Wie alle Italiener sind auch die Einwohner von Casamicciola dem Christentum, der Kirche und besonders dem jeweiligen Pfarrer, verbunden. Weitgehende Renovierungsarbeiten haben aus der Kirche St.Maria Maddalena ein Schuckstück gemacht, in welchem gelegentliche Musikdarbietungen stattfinden. Zusätzlich ist die Kirche Madonna del Buon Consiglio (unmittelbare Hafennähe) zu erwähnen.
Für den wanderfreudigen Reisenden bietet sich Casamicciola als idealer Ausgangspunkt an. Über die Straße der Borbonen führt der Weg via Maio und Fango, entlang der bewaldetetn Hänge des Epomeo nach Monterone und Forio. Kein kurzer Spaziergang doch mangels besonderer Steigungen eine schöne Wanderung, die mit unzähligen Panoramblicken über Casamicciola, Lacco Ameno und Forio, den Wanderer erfreut. Etwas aufwändiger und anstrengender ist der Rundweg des Monte Rotaro bzw. Fondo d'Oglio der von unberühter Vegetation und herrlicher Bewaldung, umgeben ist. Für den etwas bequemeren Gast empfiehlt sich mittels Micro-Taxi oder Bus die erste Steigung, bis zum eigentlichen Aufstieg zum Monte Rotaro, zu bewerkstelligen.
Ebenso reizvoll un nicht weniger anstrengend ist der Weg von Casamicciola nach Fiaiano der entlang einer kleinen Straße durch herrlichen Mischwald, führt. Von hier ergeben sich spektakuläre Ausblicke und Fotomotive wie Sie kaum weitere, finden werden.
Montag, 26. Dezember 2011 - 16:15 Uhr
Casamicciola Terme, Teil 1
Entlang der Nordküste und nur wenige Fahrminuten mit Micro-Taxi oder Linienbus von Porto entfernt liegt die Gemeinde Casamicciola Terme deren Geschichte und heilsame Quellen den Nimbus der Insel, als ideales Zentrum für Kur- und Heilbehandlungen, begründet hat. Umgeben von waldreichen Hügeln und eingebettet in eine immergrüne Oase präsentiert sich Casamicciola seinen Besuchern mit mediterranem, tropischem Flair.
Casamicciola Terme ist der einzige Ort der Insel der den Zusatz Terme (das dem hiesiegen Bad wie in Bad Reichenhall entspricht) ob seiner heilsamen Quellen, tragen darf. Casamicciola verfügt über 5 Ortsteile wovon Perrone und Marina unmittelbar an der Küste sowie Bagni, Grande Sentinella und Maio oberhalb des eigentlichen Ortes, an den Hängen des Monte Epomeo, angesiedelt sind. Umrahmt von den mit dichten Wäldern besetzten Erhebungen Monte Rotaro und Fondo D'Oglio präsentiert sich Casamiccola selbst im Hochsommer als grüne Oase der Ruhe und Erholung.
Unstrittig ist die Tatsache, daß Casamicciola hinsichtlich der Anwendung von Luft- und Badeheilkuren auf die längste Tradition aller ischitanischen Gemeinden, zurückblicken kann. Casamicciola besitzt mit der Terme Bagni eines der ältesten Kulturteinrichtungen welches von der Gurgitello-Quelle, gespeist wird. Weitere bemerkenswerte Quellen sind die Terme Rita sowie die Elisabetta Terme, die beachtlich Erfolge hinsichtlich der Behandlung von Erkrankten, aufweisen können. Einer der Gründe warum Casamicciola als einer der beliebtesten Kurorte gilt ist sicherlich der Umstand, daß bereits frühzeitig von den dortigen Wirtsleuten erkannt wurde, daß in einem gesunden Körper ein gesunder Geist ruht und die geistigen Freuden durch Unterhaltung und Geselligkeit, gef ördert werden. Somit wurde der Kuraufenthalt nicht nur aus gesundheitlichen Aspekten sondern auch aus Gründen gesellschaftlicher Ereignisse, gepflegt.
Die Segnungen des besonderen Heilwasseres in Casamicciola sind mit der Verdammnis des Vulkanismus verbunden denn im Jahre 1883 ereignete sich ein verherrendes Erdbeben welches sein Zentrum in der Region um Casamicciola hatte und rund 1800 Tote waren die Folge. Allerdings ist nachträglich anzunehmen, daß die Ischitaner die Zeichen der Natur eindeutig unterschätzt hatten denn bereits in den Jahren 1881 und 1882 gab es drohende Vorwarnungen.
Montag, 26. Dezember 2011 - 16:08 Uhr
Ischia Stadt, Teil 4
Entlang des Meeres führt der Weg aus Ponte direkt in Richtung Cartaromana, der wohl schönsten Bucht der Insel. V Entlang eines Sarazenenturms und vorbei am Hotel Parco Cartaromana gelangen Sie kurz vor Ende der Bucht zum kleinsten Thermalpark der Insel, dem Garten Eden. Für Freunde guten Essens empfehlen wir einen Besuch dieses Parks denn hier können Sie garantiert meeresfrische Langusten, die vom Besitzer der Anlage im Meer gehalten werden, genießen. Nebst einem hervorragendem Blick auf das Castello Aragonese sehen Sie vom Garten Eden bis nach Capri, dem berühmten Kreidefelsen vor der sorrentinischen Halbinsel. Am Ende der Bucht gelangen Sie zu einem kleinen und meist einsamen Sandstrand, der durchweg von Gästen der Hotels Giardino delle Ninfe und Delfini besucht wird. Von besonderer Bedeutung ist die Bucht von Cartaromana Ende Juli eines jeden Jahres wenn zu Ehren der heiligen Anna das St.Anna-Fest, stattfindet. Tausende von Besuchern ergießen sich per Pedes oder mittels Boote in die Bucht um den traditionellem Umzug, der auf kunstvollen Flößen auf dem Meer abgehalten wird, anzuschauen. Krönender Abschluß der Veranstaltung ist ein wunderbares Feuerwerk welches gegen Mitternacht die Bucht und das Castello in gleißendes rotes Licht, taucht.
Ebenso interessant wie durchaus chaotisch ist der Weg zurück nach Porto welcher über die Hauptverkehrsader der Insel, zur Piazza degli Eroi einem markanten Verkehrsknotenpunkt, führt. Sollten Sie hier am Abend vorbeikommen wundern Sie sich nicht über die zahlreichen Menschen die sich hier versammeln, denn Sie sind in unmittelbarer Nähe zur Bar Calise, dem Tortentempel Ischias. Inmitten eines tropischen Gartens, teils umgeben von Wasserspielen und einem hoch über den Besuchern thronendem Pianisten, befindet sich das ischitanische Zentrum für Süßspeisen und Longdrinks. Lustwandeln Sie entlang der Theke und betrachten Sie die kunstvollen Kuchenkreationen und endlosen Eisvariationen. Kaufen Sie sich einen süßen Fungho (ital. = Pilz) und knabbern Sie an einem weiteren Wahrzeichen (Sie erinnern sich an den Titanen?) der Insel. Entspannen Sie im Garten der Bar Calise, genehmigen Sie sich einen der Longdrinks und lauschen Sie dem Pianisten und Sie werden umgehend feststellen, was "la dolce vita" bedeutet.
Sofern Sie am Abend keine Zeit für den Besuch der Calise haben können Sie diesen natürlich auch am Nachmittag erledigen und zusätzlich einen Zwischenstopp im Parco Publico, der in unmittelbarer Nähe zur Calise liegt, einlegen. Zahlreiche Tiere (vornehmlich Vögel) sind in kleinen Gehegen und Volieren entlang der schönen Wege, untergebracht. Eine Besonderheit des Parks ist zweifelsfrei die erstarrte Lava, die dort allgegenwärtig ist und ein beeindruckendes Zeugnis des Verlauf der todbringenden Masse aufzeigt die von Inselvulkanen bei den letzten, großen Eruptionen ausgespuckt wurden.
Montag, 26. Dezember 2011 - 16:02 Uhr
Ischia Stadt, Teil 3
Untrennbar mit der bewegenden Geschichte Ischias ist das Castello Aragonese verbunden welches von Hieron dem Tyrannen von Syrakus im Jahre 474 v.Chr. nach der Eroberung der Insel, errichtet wurde. Zunächst war der 112 m hohe Basaltfelsen nicht mit Ischia verbunden denn die entsprechende Brücke wurde von Alfonso v. Aragonien, errichtet. Wesentlich später erst, etwa um 1878 wurde der bis dahin aufgeschüttete Weg gepflastert und mit einem Steindamm versehen. Die Herrschaft der Syrakuser war nicht von langer Dauer und die bis dahin schützende Festungsanlage verlor an Bedeutung und verkam. Dennoch leistete die Ruine den Ischitaner hilfreiche Dienste denn Ischia wurde im frühen Mittelalter häufig von Sarazenen heimgesucht und die Reste der Festung diente den Einheimischen zum Schutz vor den einfallenden Horden. Erst nach der Übernahme durch Alfonso v. Aragonien wurde die Festung erweitert und ausgebaut und nach kurzer Zeit entstand eine kleine Stadt, die bis zu 5000 Menschen beherbergen konnte. Nebst Kirchen wurde eine Kathedrale sowie Werkstätten und Wohnhäuser errichtet und dem "Boom" des Felsen folgten religiöse und geistige Führer. Es war die Zeit der Dichterin Vittoria Colonna, die 1509 den spanischen Burgherren und Stadthalter Ferrante d'Avalos heiratete und bis 1537 auf dem Castello lebte. In dieser Zeit war das Castell gesellschaftlicher Mittelpunkt und zahlreiche Gelehrte und berühmte Künstler versammelten sich dort. Morbide waren die Bräuche die innerhalb des Klarissenklosters herrschten welches sich ebenfalls auf dem Castello befindet. Verstarb eine der Ordensschwestern so wurde sie in eine Art Krypta gebracht in welchem zahlreiche, steinernen Stühle standen. Innerhalb der Stühle war ein Auffanggefäß eingebracht und die Verstorbene saß nunmehr im Kreis ihrer lebenden Betschwestern. Ein Akt der tiefen Religiösität des damaligen Ordens,denn bis zum endgültigen Verfall des toten Körpers verblieb die Leiche im Kreis ihrer Schwestern und lediglich die Gebeine wurden begraben. Noch heute ist die besagte Krypta zu besichtigen und auch die steinernen Stühle sind erhalten.
Zum Ende des 17.Jh. begann der Niedergang der stolzen Festung und selbst der Bischofssitz wurde knapp 100 Jahre später nach Ponte verlegt. Im Verlauf der Napoleonischen Kriege (1809) wurde der Festung durch die englische Flotte große Schäden zugefügt und im Jahr 1810 erfolgte die Auflösung des Klarissenkloster durch Murat (Schwager von Napoleon), König von Neapel.
Heute befindet sich das Castello im Besitz der Familie Mattera, die damit vielleicht das ausgefallenste Hotel von Ischia und eines der schönsten Ausflugslokale (Il Terrazzo) besitzt.
Montag, 26. Dezember 2011 - 15:57 Uhr
Ischia Stadt, Teil 2
Folgen Sie dem Corso Colonna weiter in Richtung Ponte und Sie werden kurz bevor Sie den Strand der Pescatori erreichen (auf der linken Seite) das Restaurant "O sole mio", entdecken. Vielleicht haben Sie Glück und Nicola Pantalone hat seine Musikinstrumente aufgebaut oder eine italienische Familie feiert ein Fest in diesem von Italienern, sehr begehrtem Lokal.
Wenige Gehminuten weiter endet der Corso Colonna und Sie haben zwischenzeitlich den Ortsteil Ponte erreicht. Am Strand der Fischer (Pescatori) haben Sie einen wunderbaren Blick auf das Castello Aragonese, welches auf einem mächtigen Felsen ruht. Um in den pittoresken Ortsteil Ponte zu gelangen führt Sie Ihr Weg hinauf zur Hauptverkehrsader von Ischia an welcher Sie nach links in den Ort, abbiegen. Ein markantes Zeichen von Ponte sind die schweren Granitblöcke die in die Straße eingelassen wurden und seit ewigen Zeiten, dort liegen. Entlang der Hauptstraße finden sich zahlreiche Geschäfte und Lokale die zum verweilen einladen. Im Herzen von Ponte befindet sich außerdem das Atelier des Malers Mario Mazella, ein Künstler von internationalem Ruf. Seine Bilder spiegeln das Leben Ischias in all seiner Farbenvielfalt wieder. Besonders reizvoll an Ponte ist zweifelsfrei die erhaltene Bausubstanz und der eigenwillige Baustil, der dem Ort eine besondere Note verleiht. Die ehemalige Fischersiedlung mit ihren verwitterten Häusern, die engen und winkeligen Gassen, dem bröckelndem Putz und der blätternden Farbe, die Tag und Nacht der salzhaltigen Seeluft ausgesetzt ist, bilden eine ureigene Komposition italienischen Flairs.
Geschmückt mit der unaufhörlich blühender Bouganville, Zitronen, Hibiskus und Oleander ergibt sich ein vollkommener Bilderrausch aus Formen und Farben, der nur durch die zuckende Lichtwerbung der Geschäfte, unterbrochen wird. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie die malerischen Gassen durchstreifen und es den Eindruck hat, daß eine Regenwolke über Ihnen abregnet, denn gewöhnlich handelt es sich um frische Wäsche, die von den Waschfrauen quer über die Straße gehangen wird. Die eigentliche Sehenswürdigkeit ist jedoch das Castello Aragonese welches sich am Ortsende von Ponte, im Meer erhebt. Direkt zu Füßen des Castellos befindet sich vor der Brücke (daher kommt der Name Ponte) des Schloßes die Anlegestelle der Fischer, die dort täglich ihren frischen Fang anliefern.
